Hauptfach Plastische Übungen / Skulptur

Bildhauer Lothar Beck

 

Lehrziel:
Bildnerisch plastische Bearbeitung und Gestaltung vorgegebener Volumen in Materialvarianten (Gips, Ton, Stein, Gasbeton). Die Lehrveranstaltung wird als Blockseminar mit 10 x 5 Stunden durchgeführt. Wir bitten das bei der Einschreibung zu beachten.

Leistungsanforderung: 4 – 6 Einzelstudien

 

Inhalte

Architektur behandelt das Verhältnis von Volumen zu Hülle und - weiter betrachtet - in den umgebenden Raum der natürlichen und der gebauten Welt. Einer der grundsätzlichen Ansätze einer plastischen Lehre in den Studiengängen Architektur und Landschaftsarchitektur ist daher in der Wechselwirkung zwischen Körper und Raum zu sehen. Ziel des Kurses ist das unmittelbare, haptische Begreifen von Räumlichkeit beziehungsweise Leere, und das skulpturale Umsetzen in ein tatsächliches, fassbares Ergebnis, das über einen nur visuell-distanzierten Eindruck weit hinausgehen kann.

 

Das Verständnis für die grundlegenden Techniken der Bildhauerei wird in zwei Übungsschritten aufgebaut:

 

1.

Gestalten einer Plastik aus Modellierton nach einem Seestein (Addieren)

 

Ein Tonmodell soll nach einem selbst gewählten Seestein ("Hühnergott") geformt werden, jedoch in mehrfacher Vergrößerung. Die Schwierigkeiten bei dieser Arbeit liegen im Erkennen von plastischen Grundtypen, dazu im stufenweisen Addieren kleinerer, gleicher Elemente zu einer großen, unterschiedenen Form, sowie in dem durch das Vergrößern veränderten, neuen Gleichgewicht der Bestandteile und damit im Reagieren auf die durch das neue Material Ton veränderte Erscheinung.

 

 

Fotos Seminar "Plastik aus Modellierton" (oben: 21.10.2005; unten: 17.11.2000)

 

2.

Gestalten einer Skulptur aus Gips (Subtrahieren)

 

Zunächst wird eine Skulptur aus den Grundformen Kugel, Würfel, oder Quader zeichnerisch entworfen. In einem nächsten Schritt soll die Skulptur aus Basis-Formen so in einen Block aus Gips "hineingedacht" werden, dass dabei die Grundformen deutlich ablesbar bleiben. Die im Vergleich zur "Plastik aus Modellierton" entgegengesetzte Arbeitsweise - das Abtragen von Volumen - stellt gänzlich andere Anforderungen an das räumlich-skulpturale Verständnis der Kursteilnehmer und fördert zudem den kreativ-spielerischen Umgang mit Form versus Leere.

 

 

Fotos Seminar "Skulptur aus Gips" (17.11.2000)

 

 

3.

Blockseminar Stein

 

Aufbauend auf dem Grundkurs Plastische Übungen findet ein Blockseminar auf dem Werkplatz von Lothar Beck in Dresden-Hosterwitz statt. Grundbedingung für eine Teilnahme an diesem Kurs ist ein erfolgreicher Abschluss der Grundübungen 1.) und 2.) im Wintersemester mit mindestens der Note "gut".

 

Auf der Grundlage der beiden Übungen im Grundkurs wird eine Sandsteinskulptur unter Anleitung erarbeitet. Nach der Auswahl eines Sandsteinblocks von maximal 60 cm Höhe wird die Steinarbeit nach einem zeichnerischen Entwurf zum ausgewählten Block und auf der Basis eines kleinmaßstäblichen Tonmodells selbständig ausgeführt. Dazu werden die Fragen nach der Allseitigkeit der Plastik der Moderne, dem Durchbrechen der abstrakten Figur und dem Thema der tektonischen Auswechselbarkeit von "oben" und "unten" (kann man die Plastik auf den Kopf stellen?) behandelt. Das Handwerkliche (poch, poch, poch ...) und das Gestalterische (alles das, was abgeschlagen wurde, ist weg und hat neu in den neuen Zusammenhang ,gedacht' zu werden) testen das Durchhaltevermögen und das Improvisiervermögen der Kursteilnehmer.

 

Fotos aus dem Blockseminar Stein:

 

 

Jury & Party zum "Blockseminar Stein": "Welcher Gast errät, von wem welche Skulptur stammt?" (Dresden-Hosterwitz, 25.06.2002)

 

 

Arbeitsergebnisse:

360° Ansicht [mit Zeiger berühren]

Kathrin Winterhagen : O.T., Sandstein, 2005

 

360° Ansicht [mit Zeiger berühren]

Regina Münstermann : O.T., Sandstein, 2005

 

360° Ansicht [mit Zeiger berühren]

Anne-Claire Deville : O.T., Sandstein, 2005

 

360° Ansicht [mit Zeiger berühren]

Paula Ufer: O.T., Sandstein, etwa 43 cm, 2005

 

 

Ausstellung "Skulptur im Sommersemester 2002" an der Fakultät Architektur im Bürogebäude am Zelleschen Weg. Die Papierarbeiten stammen aus dem Grundstudium Architektur, Fach Gestaltungslehre. (25.11.2002)

 

 

Ausstellung "Skulptur" am Barkhausenbau auf dem Campus der TU Dresden (08.09.2003)

 

Impressum: Lothar Beck & Niels-Christian Fritsche
Fotos: Niels-Christian Fritsche
2002 – 2005