
Wir danken dem POT81!
Die Universitäten in ganz Sachsen sind von massiven Stellenkürzungen bedroht. Allein an der TU Dresden sollen in den nächsten drei Jahren 94 Stellen an allen Fakultäten gekürzt werden. Das Rektorat hält sich unter dem Druck der Exzellenzinitiative bedeckt und hat bis heute keine öffentliche Stellungnahme zu den Stellenkürzungen abgegeben.
Über 200 Studierende haben am gestrigen Mittwoch ihren Unmut über die Schweigsamkeit der Unileitung zum Ausdruck gebracht. Sie nutzten die öffentliche Senatssitzung im Rektorat um dieses zu besetzen und Rektor Prof. Müller-Steinhagen zu Gesprächen zu bewegen. Dieser bot für die Abendstunden eine Diskussion über die Forderungen an.
Die Studierenden fordern, dass keine Stellen gekürzt werden dürfen, da die TU bereits jetzt überlastet sei. Weiterhin fordern sie eine klare Stellungnahme und eine feste Positionierung des Rektorates gegenüber der Sächsischen Landesregierung. In diesem Zusammenhang wurde auch die mangelnde Transparenz und Offenheit gegenüber der Studierendenschaft kritisiert.
Ein großes Anliegen ist es, dass die verschiedenen Gruppen an der Universität gleichberechtigt mit dem Rektorat am Prozess beteiligt werden. Damit soll das geschlossenes Auftreten gegenüber der Öffentlichkeit und der Regierung gefördert werden.
Der Rektor verwies auf die desolate Haushaltslage der Universitäten. Er machte klar, dass das Rektorat einen Spagat zwischen Stellenerhalt und ungenügenden Finanzmitteln leisten muss. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er aus. Ebenso garantierte er, dass jeder Studierende seinen Studiengang an der TU Dresden beenden kann. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Medien arbeite das Rektorat außerdem zur Zeit an Möglichkeiten, sich gegenüber den Kürzungen klarer nach außen zu positionieren.
Müller-Steinhagen ermutigte die Studierenden, ihr Möglichkeiten gegenüber dem Ministerium und der Landesregierung in vollem Umfang zu nutzen.
In einer anschließenden Gesprächsrunde wurde in kleineren Gruppen über Missstände und mögliche Lösungen diskutiert. Dazu hatten sich zusätzlich zum Rektorat zahlreich Dekane, Prodekane und Dozenten aus verschiedenen Fakultäten für Fragen und Diskussionen bereit erklärt. Rektorat und Hochschullehrer nahmen die Gesprächsbereitschaft und konstruktive Diskussionskultur der Studierenden positiv zur Kenntnis und versprachen mehr auf die Fachschaftsräte zuzugehen und die Studierenden in ihrem Protest gegen das Ministerium besser zu unterstützen.
Das abschließende Plenum der Studierenden wurde durch die Aufforderung des Rektors, das Rektorat zu räumen, zeitlich begrenzt und verlegt.
Weitere Diskussionen und Aktionen unter den Studierenden werden folgen. Es wird dabei nicht nur bei Forderungen an das Rektorat bleiben, sondern auch Überlegungen geben, wie weiterer Druck auf die Regierung ausgeübt werden kann. Die Unterstützung der Hochschulleitung wurde am heutigen Tage mehrfach signalisiert. Aus diesem Anlass ist das nächste Plenum für Mittwoch, den 25. Januar, um 15:30 Uhr im Rektorat angesetzt. Die Studierenden werden damit genau darauf achten, wie das Rektorat seine Versprechen umsetzen wird.
Weitere Informationen:
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http://www.pot81.de
http://de.wikinews.org/wiki/Besetzung_des_Rektorats_der_TU_Dresden_beendet
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Protokoll_Rektorat 20120118