Lehrstuhldetails
Der Lehrstuhl für Angewandte Linguistik und Fachsprachenforschung orientiert sich schwerpunktmäßig
auf Wirtschafts- und Unternehmenskommunikation in deutscher Sprache sowie Fachsprachen des Deutschen,
ohne den Blick auf andere Sprachen auszuklammern. Ungeachtet dieser Profilbildung werden - vor allem in der Lehre -
auch andere Bereiche der Angewandten Linguistik behandelt. Die genannten Schwerpunkte ermöglichen in Lehre und
Forschung vor allem eine Verknüpfung der Linguistik mit den Natur- und Technikwissenschaften sowie den
Wirtschaftswissenschaften und der Rechtswissenschaft. Über den Rahmen der Universität hinaus ist diese
Schwerpunktsetzung für Unternehmen und Institutionen der Region von Bedeutung. Vielerorts besteht Bedarf
an "Gestaltung" von Kommunikation, der über Projekte gedeckt werden kann.
Für die Studierenden erwächst daraus die Möglichkeit, die im Studienprogramm geforderten praktischen Erfahrungen zu sammeln.
Ausdruck der Schwerpunktsetzung sind Lehrangebote wie Unternehmenskommunikation und Technische Dokumentation.
Letztere beispielsweise ist für Linguistik- oder Technikstudenten gleichermaßen von Interesse;
geht es doch hier um die Verwendung von Sprache und nichtsprachlichen Mitteln unter "extremen" Bedingungen auf
einem interdisziplinären Gebiet. Unternehmenskommunikation im Spannungsfeld diverser soziolinguistischer Varietäten
schlägt die Brücke zu den Wirtschaftswissenschaften. Beide Themenbereiche können in modularer Form auch als Vertiefungsrichtungen
in die natur-, technik- und wirtschaftswissenschaftlichen Diplomstudiengänge implementiert werden.
Die Behandlung von Unternehmens- und Fachkommunikation sowie technischer Dokumentation mit den entsprechenden schriftlichen
und mündlichen Textsorten über alle Ebenen des Sprachsystems hinweg bis zur Textstruktur und den flankierenden nichtsprachlichen
Mitteln als Studiengegenstand setzt voraus, dass auch theoretische Probleme bearbeitet werden. Im Zentrum des Interesses steht
dabei sprachliches Handeln in einer komplexen Voraussetzungssituation, Interkulturalität eingeschlossen. Der Fragenkomplex,
welche Typen sprachlichen Handelns sich mit Hilfe welcher Typen von Übergangsbeziehungen zu Handlungsstrukturen fügen, bedarf
einer Lösung im Hinblick darauf, wie diese Handlungs- und Beziehungstypen mit sprachlichen und nichtsprachlichen Mitteln
repräsentiert werden und welche Veränderungen sich im Zusammenhang mit der Entwicklung der Kommunikationstechnologien vollziehen.
Mit dem Schritt von der Deskription zur Präskription kann in besonderem Maße dem wachsenden Interesse an der Gestaltung von
Wissensvermittlungsprozessen entsprochen werden.
Für die Untersuchung von Fachsprachen naturwissenschaftlicher und technischer Kommunikationsbereiche ist es außerordentlich
förderlich, dass am Lehrstuhl international anerkannte Fachwörterbücher entstanden sind und weiterentwickelt werden.
Die umfangreichen Fachwortschätze, die zu verschiedenen Sachgebieten in mehreren Sprachen vorliegen, bedürfen in
interdisziplinärer Arbeit z.B. mit der Fachrichtung Chemie der ständigen Aktualisierung und Überarbeitung, um der Nachfrage
weiterhin auf hohem Niveau gerecht werden zu können. Außerdem müssen neue Gebiete erschlossen werden, damit die Technische
Universität Dresden als Herausgeber von Fachwörterbüchern ihre wichtige Unterstützungsfunktion für Wissenschaft und Praxis
auch in Zukunft ausüben kann.
Im nationalen und internationalen wissenschaftlichen Diskurs sind die genannten Themenschwerpunkte über die "Association
for Business Communication" (ABC), die "Gesellschaft für Angewandte Linguistik" (GAL) und die "Gesellschaft für technische
Kommunikation" (tekom) verankert.
zurück
|